Heilige Sexualität ist Schöpfungskraft

VERONIKA 18. Okt. 2017: Heilige Sexualität ist Schöpfungskraft
Schon immer hab ich mich nach einer tief erlebbaren Sexualität gesehnt.  Mit 44 Jahren, also vor gut 8 Jahren, fanden sich mein jetzigen Mann und ich. Seitdem kann ich dieses besondere Feld auch mit einem ebenbürtigen Partner erleben und erforschen, wie ich es kaum für möglich gehalten habe. Gleichzeitig begann eine intensive Transformation, die

mich, ihn und uns durch große Herausforderungen hinein in unseren Wesenskern und zur Quelle der Liebe führte. Aus dieser Quelle sprudelt jetzt ein still-freudiges, leicht-lebendiges Glück, das heute unser Alltag ist. Unsere Liebe und Sexualität wirkten heilsam und heilend und somit schöpferisch auf all unsere Lebensbereiche und tun es noch immer. Diese Erfahrungen und das Vertrautwerden mit den Weisheiten verschiedenster archaischer Kulturen, die die Sexualität ebenfalls als etwas Heiliges sahen und sie als Medizin anwendeten, drängte uns dazu, diese großteils vergessenen Kräfte den Frauen, Männer und Liebespaaren wieder zugänglich zu machen.

Wir starteten die Initiative „Liebeskultur“ und wirken damit seit einigen Jahren auf unserem wildnatürlichen Traum-Lebensort Schloss Eschelberg im Mühlviertel, Oberösterreich. Diesen Ort haben wir uns bewusst mit heiliger Sexualität „herbeigewünscht“! Mit Liebesretreats und Lovecoachings unterstützen wir Einzelpersonen und Paare dabei, wieder in die ursprüngliche, natürlich-heilsame Energie von erfüllter Liebe und Sexualität einzutauchen. Seit kurzem bieten wir auch Love-Walks für Liebespaare in Zusammenarbeit mit dem Romantikhotel „Liebeswelt Bergergut“ in Afiesl, Mühlviertel an. Nur zur zentralen Frage: was ist heilige Sexualität und wie kommt man da hin – alleine und als Paar?

Was ist heilige Sexualität und was braucht sie?
Etwas in mir wusste schon immer, dass es so etwas gibt und ich blieb meinem Sehnen treu. Heute weiß ich, dass das stimmt und somit lebe ich mit meinem Mann eine Praxis, in der Sexualität bewusst als heilig gesehen, genährt und als Schöpfungsenergie gelenkt wird.

Voraussetzung für eine tiefe Verbindung zwischen zwei Menschen, die eine heilige Sexualität ermöglicht, ist eine tiefe, liebende Verbindung zu sich selber. Dann gibt es noch das Geschenk, dass sich aus dieser Selbst-Bewusstheit zwei Menschen auf Seelenebene begegnen wollen: sie wollen Partner*in auf Augenhöhe sein und mit allem was sie sind, zeigen. Manche Menschen sind Seelenpartner von Beginn an, andere können dieses Geschenk wieder aus sich herauslieben. Ehrliche Liebe und ein gegenseitiges Bekenntnis zu einer verbindlichen Paarbeziehung sind in unserer Zeit und Kultur dabei hilfreich. Es braucht ein Erleben der Intimität der Seelen, bevor die körperliche Intimität ihre volle heilige und heilsame Kraft entfalten kann und krönt. Bei Seelenpartnerschaften geht es auch umgekehrt: zuerst ist diese unbändige sexuelle Anziehung und Erfüllung, dann folgt nach und nach ein Öffnen der Herzen und Seelen. Weigert sich ein Partner*in, das Herz zu öffnen und damit verletzlich zu werden, dh. auch durch diese Ängste und alten, gespeicherten Verletzungen durchzugehen, erlischt irgendwann die unbändige sexuelle Anziehung. Wenn man hingegen daran bleibt, immer offener zu werden, wird die Liebe und sexuelle Erfüllung über die Monate und Jahre immer tiefer und weiter. Wir sind mitten drin in dem heiligen Raum, in dem Eros und Spirit verbunden sind.

Je ehrlichen wir uns zeigen, unsere Scham, unsere Verletzlichkeit, unsere Schatten und Ängste, geheimsten Bedürfnisse und Wünsche und all die alten Verletzungen, die dabei auftauchen, desto heilsamer ist die gemeinsame körperliche Begegnung. Dabei hat jede Partnerin, jeder Partner ihren/seinen eigenen Rhythmus: Männer brauchen oft etwas länger, das Herz wirklich zu öffnen und ihre wahren Gefühle zu zeigen. Ihr Herz verschenken sie zuerst über ihren Lingam (Penis). Frauen, die liebevoll mit den Gefühlen und Bedürfnissen ihres Mannes mitgehen, ermöglichen ihm dadurch eine neue Erfahrungen von Schutz – und somit Heilraum, den er oft bisher nicht kannte. Frauen hingegen brauchen zuerst ein Spüren des Herzens, ein Gefühl des Verstanden- und Gesehenwerdens, ein ehrliche Mitteilen, um ihren Schoß wirklich öffnen zu können. Männer, die bereit sind, ihrer Liebespartnerin soviel wie möglich ihre Liebe und Zuwendung von Herzen zu zeigen, zu sagen und spüren zu lassen, geben der Frau einen Raum, den sie mit ihrer Liebe erfüllen kann.  Dieses unterschiedliche Öffnen füreinander ist eine große, kulturell mit Rollenverständnissen sehr überformte Geschichte und doch ein Schlüssel für heilige, heilsame Sexualität und ihre Schöpfungskraft!

Wir sind durch viele Experimente durchgegangen und können heute ermutigen: Mutet Euch einander zu – mögen eure Wünsche und Bedürfnisse und Ängste noch so eigen-artig sein! Und wenn die Spannung zu groß wird, holt euch Unterstützung! Eure Liebe ist es vielfach wert!

Für uns ist das regelmäßige, rituelle Paar-Gespräch „Couple council“ für die gegenseitige Offenheit eine wichtige Methode geworden. Damit hören wir uns von Herzen zu, erzählen uns vom wirklich Wesentlichen. In diesem geschaffenen Rahmen von Liebe und Wertschätzung zeigen wir uns ungeschminkt und nackt. Das verändert den gemeinsamen Alltag. Er ist immer mehr von Liebe, Wertschätzung und purer Freude durchtränkt. Und wenn mal was ansteht, was „unerhört“ ist, dann teilen wir im Couple council unsere lebendigen Gefühle, offenen Herzen und Ohren. Unsere Intimität vertieft sich, wir sind sehr innig mitsammen. Gleichzeitig gewähren wir uns alle Freiheiten, die gelebt werden wollen. Treue definiert sich nicht über den Ausschluss von anderen Sexualpartner*innen. Treue ist für uns, wenn wir uns gemeinsam Offenheit und Intimität schenken und uns auf Weiterentwicklung einlassen. Diese Freiheit ermöglicht uns ein noch tieferes Eintauchen in das Mysterium Sexualität und unsere verbindliche Paarbeziehung. Derzeit leben wir beide freiwillig Intimität und Liebe ausschließlich gemeinsam, weil wir so in eine noch größere Tiefe und Vielfalt eintauchen können.

Wie kann heilige Sexualität konkret als Schöpfungskraft gelebt werden?

Zum einen ist es die Ausrichtung und Absicht. Dann gibt es spezielle Rituale dafür und auch bestimmte Atemtechniken erhöhen den Energiefluss und verbinden Eros und Spirit miteinander.

Ist die große Intimität, wie vorher beschrieben, bereits Absicht, am Entstehen oder schon vorhanden, dann ist es ein leichtes, den/die Partner*in in der sexuellen Begegnung als Geschenk der Göttin zu sehen. Ich beziehe mich auf die Göttin, weil sie der spirituelle Ursprung aller heute bekannten Religionen ist und somit die ganzheitliche Ur-Lebenskraft durch die Verbindung mit ihr unmittelbar in die Liebe und Sexualität fließen kann. Erlaube dir, deinen Geliebten bewusst als Geschenk der Göttin zu sehen. Als würde die Göttin sich durch ihn der Welt und dir zeigen und schenken. Als würde sie sich selber ehren, durch diesen wunderbaren Mann, dem du hier und jetzt körperlich ganz nahe sein kannst. Gleichzeitig erlebe  in dir all dein Spüren, Fühlen, deine leise oder wilde Lust und nimm wahr, dass alle Attraktionen deines Körpergefühls ebenfalls ein Ausdruck der Göttin sind, die sich durch deine Lust und Freude selber ehrt. Als würdest du, durch das Glück und Feuer, das du spürst, sie ehren.

Diese Ausrichtung schafft innerhalb kurzer Zeit einen heiligen Raum, den ich als Frau halte, führe und teile. Es fließt von selber durch meinen geliebten Mann, der auch voll in der Hingabe sein kann. Wenn eine besonders intensive Lustwelle durch meinen Körper und den entstandenen heiligen Raum fließt, dann geht der Strom wie von selber durch mein Herz und strömt über das Kronenschakra in die Welt. Diesem Fluss geb ich einen Wunsch mit, eine Bitte, die manchmal vorher gemeinsam vereinbart wurde oder in diesem Moment aus mir entsteht. Der Wunsch, an einen heilsamen naturnahen Ort, wohnen und wirken zu dürfen, ist vielfacht auf diese Art und Weise in die Welt geströmt. Und dann hat sich das Schloss Eschelberg gezeigt…

Eine wunderschöne Bereicherung ist es auch,  die Handflächen sanft aneinander zu legen und zu spüren, wie jetzt eure Herzmeridiane mitsammen verbunden sind. Spürst du euer gemeinsames Pulsieren – und spürst du das Pulsieren des Herzens dieser Welt, dieser Erde, dieses Universums? Willkommen im heiligen, schöpferischen Raum von Liebe und Sexualität!

Und wenn du mehr wissen magst, auch, wie du diese Kräfte für dich alleine erleben kannst – www.liebeskultur.com oder mail @ veronikalamprecht.com. Ich (wir) freu mich auf dich und euch!